Bestellt und nicht abgeholt

Schlagwörter

, , , ,

Zwei Spieltiere warten

Wir sitzen im Dunkeln. Und warten. Draußen sehen wir nichts. Unsere Spiegelbilder versperren uns den Blick.

Wir starren aufs Fenster und harren aus.

Eben noch ein Zug, der gleich einfahren wird. Eine Stimme, die Stationen ansagte; ein Monitor, der präzise die Verspätung angab. Auf die Minute genau. Man rechnete mit uns. Ein Gleis war uns bestimmt.

Jetzt sind wir auf dem Abstellgleis.
Weiterlesen

Advertisements

Schreiben in Zeiten des Lärmens

Schlagwörter

, , , ,

Ich bin still geworden. Zu viel Lärm da draußen. Zu viel Gepöbel und Gebrüll. Zu viele Halb- und Scheinwahrheiten. Zu viele Lügen, die sich nicht einmal als Wahrheit verkleiden wollen. Zu viele Momente, in denen mir der Mund offen stehenbleibt.

Ich habe das Gefühl, widersprechen zu müssen. Ich liefere mir Gefechte und bin mir nicht sicher, wohin das führt. Das laugt mich aus. Ich bin nicht die Einzige.

Um zu widersprechen, muss ich die Ohren öffnen und hinhören, was da geplappert, kolportiert und mir vor den Latz geknallt wird. Ich versuche, der Vernunft und der Menschlichkeit eine Stimme zu geben. Manchmal gelingt es mir, manchmal kann ich anderen dazu verhelfen, dass es gelingt, aber immer ermüdet es mich.
Weiterlesen

Das Blechazi beim Indie-Festival von Amazon

Die Chance für alle, die meinen Roman Das Blechazi. Keine Weihnachtsgeschichte noch nicht gelesen haben: Das E-Book ist vom 1. bis zum 8. Februar 2017 im Rahmen des Indie-Festivals bei Amazon für 0,89 EUR zu erhalten (E-Book-Version).

Das Buch ist  nicht DRM-geschützt, das heißt, es kann problemlos in andere Formate konvertiert und dann mit anderen Geräten gelesen werden.

Die Taschenbuchausgabe des Romans kostet 9,99 EUR.

Und natürlich freue ich mich sehr, wenn ich bei Gefallen eine Rezension erhalte.

Viel Vergnügen beim Lesen!

tasse

Frau Fröddel zu Gast im Bodenlosz-Archiv

Schlagwörter

, , ,

Auch im letzten Advent wurde im weltbesten Netzwerk, dem Texttreff, wieder gewichtelt. Wer ein Blog hat, darf teilnehmen und gewinnt einen Gasttext. Mein Los hat Prokrastessa gezogen. Und das freut mich sehr!

Bild-Alternativtext fehlt

Prokrastessa stiftete mir einen Text passend zu Ihrem Blog: „Nicht mehr aufschieben. Wie ich lernte, mit der Prokrastination zu leben“. Herzlichen Dank!

Auch ihre Bekannte, Frau Fröddel, kommt mir gar nicht fremd vor. Auf meinem Sofa sitzt oft eine Schwester im Geiste und hält mich von der Arbeit ab, obwohl ich selbst nicht prokrastinieren will. Nein, meine Mitbewohnerin ist es, die mich ablenkt. Ich muss sie mal fragen, ob sie Frau Fröddel kennt. Aber hier erst mal der Wichteltext. Viel Spaß beim Lesen!
Weiterlesen

Ein ganz besonderes Garn

Schlagwörter

, , , , ,

Nackte Beine

Vor langer Zeit lebte ein Mann, der wollte Kaiser werden. Das war in seinem Land möglich, ohne ein Prinz zu sein, denn die Menschen bestimmten alle fünf Jahre einen aus ihrer Mitte, der sie regieren sollte.

Der Mann wollte gar nicht regieren, viel zu lästig war es ihm, in einer Sitzung auszuharren oder dicke Akten zu lesen. Aber als Kaiser, so dachte er, könnte er den ganzen Tag faul sein und andere arbeiten lassen, ohne dass jemand aufmuckte. Wer sollte dem Kaiser Vorschriften machen?

Der Mann war gewohnt, dass Menschen vor ihm Angst hatten. Er war schon als Junge reich gewesen und hatte sein Lebtag lang Menschen gefunden, die sich von ihm kaufen oder einschüchtern ließen. Eigentlich hatte er alles, was er wollte: Schmeichler, Handlanger und Dienstboten, eine junge Ehefrau, die alles tat, um seinen Wünschen zu genügen, goldenes Haar und sogar ein goldenes Haus auf einem hohen Turm. Manchmal stand er auf der Terrasse, spuckte nach unten und lachte, wenn er sich vorstellte, wie es auf die kleinen Menschen auf der Straße herabregnete.

Der Mann hatte drei Leibärzte, die er sehr gut bezahlte und über die er allerlei private Geheimnisse in Erfahrung gebracht hatte, damit sie seine Leibärzte bleiben würden. Sie hatten herausgefunden, dass der Mann allen anderen Menschen weit überlegen war. Sein Gehirn sei von Goldfäden durchzogen und deshalb könne er besonders wertvoll denken.
Weiterlesen