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Geschenke; Grafik: K. PollnerEr hasste Weihnachtsfeiern, schon immer und überall.

Die angenehmsten Menschen verloren bei diesen Anlässen die Fasson.

Auch ohne Glühwein fingen viele an zu singen.

Er hatte gelesen, dass Weihnachtsmusik stark auf das menschliche Gehirn einwirkte, vielleicht lag das dem Grinsen und Lachen und den Vertraulichkeiten zugrunde.

Auch wenn es nicht zum Äußersten kam und Weihnachtsmusik vermieden wurde, lag eine schmierige Seligkeit in der Luft.

Früher hatte er mit Alkohol versucht, sich das Unvermeidbare erträglich zu machen, aber dann hatte der Schrecken noch am nächsten Tag als Kater fortgewirkt.

Inzwischen hatte er schon im September Angst vor den Einladungen und immer fühlte er sich verpflichtet hinzugehen.

Er nahm an allen Spielen teil, als wäre es ein Martyrium, das er durchlaufen musste, eine Reinigungszeremonie vor Beginn des neuen Jahres.

Diesmal gab es eine Geschenklotterie und er ahnte schon, dass er den meterhohen Eisbären gewinnen würde, wer sonst.

In seinem Keller häuften sich Wichtelgeschenke und Lotteriegewinne, dabei hätte er gern einfach Geld gegeben, er hatte nichts gegen Wohltätigkeit, nur gegen den ganzen Klimbim darumherum.


Durch das vorletzte Türchen meines erratischen Adventskalenders schlüpfte diese Etüde hervor. Sie entstand wiederum aus drei Wörtern. Diesmal zog ich: Kater, Angst und Geschenklotterie.

Eingeladen zu den Adventsetüden Etüden hat nach wie vor Christiane vom Blog „Irgendwas ist immer“ (Schreibeinladung für die Adventswochen). Merci!

Für den Advent hat sie 24 Wörter vorgegeben, je drei können gewählt werden, um draus eine Kürzestgeschichte mit maximal 10 Sätzen zu bilden.

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