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Mäntel; Grafik: K. PollnerJohlend schlüpfte eine Weihnachtsfeiergruppe in die Wintermäntel, die minutenweise zum Aufwärmen vermietet wurden.

Die Mäntel waren an Bügeln festgenäht, die im Kreis von einem Gestell herabhingen, so dass ihre Mieter aussahen wie Fische an der Angel, was den übrigen Besuchern des Weihnachtsmarktes gut gefiel.

Eine simple Idee, die Besucher anlockte und dem Spendenaufruf der Kleiderkammer zu großem Erfolg verhalf.

Ihr eigener Stand war nicht so gut besucht, denn die Leute waren zu schüchtern, um sich ihr Schicksal weissagen zu lassen.

Sie lächelte einen Mann an, aber sie ahnte schon, dass er sich nicht trauen würde, an ihren Stand zu kommen.

Dabei hätte sie ihm so gerne ein Stückchen Glück in die Tasche gepackt, heimlich, während sie ihm aufbauende Worte schenkte, um ihn abzulenken.

Er konnte es brauchen, denn er sorgte sich um sein Herz, er verzweifelte an seiner Potenz, er glaubte nicht mehr an die Liebe und ging fest davon aus, dass er wie sein Vater mit 59 Jahren sterben würde.

Mit diesem Fluch machte er sich krank und alt.

Sie konnte seine Gedanken deutlich hören, aber sie konnte ihm über die Distanz keinen Zauber schicken.

Es war so sinnlos, eine Hexe zu sein, wenn die Leute sich nicht helfen ließen.


Dies ist die dritte Adventsetüde. Drei Wörter waren vorgegeben, daraus sollte eine Kürzestgeschichte entstehen (max. 10 Sätze).

Eingeladen hat natürlich Christiane vom Blog „Irgendwas ist immer“ (Schreibeinladung für die Adventswochen).

Für den Advent hat sie 24 Wörter vorgegeben, aus denen man drei für jeden Text wählen kann (hier fiel mein Los auf: Weihnachtsmarkt, Spendenaufruf, Zauber).

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