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Simone Harland schreibt kluge Texte in ihrem Blog „Geboren in den Sechzigern“. Umso mehr freut mich, dass sie mich gebeten hat,  ihre 10 Fragen für den Liebster Award zu beantworten. Bitteschön!

10 Blogs zu nominieren, die noch nie an die Reihe kamen, fällt mir sehr schwer. Aber wer 10 Fragen von mir beantworten möchte: Schreibt mir und ich frage euch umgehend!

1. Wie bist du zum Bloggen gekommen?

Ich stöbere schon seit Jahren in Blogs herum und finde dort ungewöhnliche, sperrige, witzige und intelligente Beiträge. Selbst schreibe ich seit langer Zeit und oft fehlt mir der richtige Rahmen für die Texte, die entstehen. So entstand die Idee, das Bodenlosz-Archiv zu gründen – eine Schublade ohne Etikett und ohne Boden, in der meine Texte nicht zerknittern und verstauben, sondern flügge werden dürfen.

2. Hast du ein Thema, eine Zielgruppe oder schreibst du, was dir so einfällt?

Ich habe Themen, die immer wieder auftauchen, aber es gibt keine Regel. Ins Bodenlosz-Archiv passen kurze Texte, die amüsieren, irritieren, meinen Alltag kommentieren oder einfach Bilder im Kopf entstehen lassen. Es gibt auch eine Serie über die Monate. Aber selbst da dürfen sich die Texte spontan entwickeln.

3. Liest du selbst Blogs?

Ja! Nicht systematisch, aber oft mit Begeisterung. Durch Blogs zu streifen ist eine gute Art zu prokrastinieren. Ich liebe Blogs mit Texten, die mich zum Lachen oder zum Nachdenken bringen. Besondere Texte finde ich häufig nicht in Zeitungen, sondern eben in Blogs. Finde ich schade, soweit es die Zeitungen betrifft, die in meinen Augen in punkto intelligente und besondere Texte immer weniger mithalten können und/oder wollen.

Als Autorin lese ich gerne Blogs übers Schreiben. Und natürlich suche ich in Blogs nach Rezepten für die Gemüsekiste und Tipps für die Pflege kränkelnder Balkonpflanzen. Klar.

4. Wovon lässt du dich inspirieren?

Von Erlebnissen, die mich ärgern oder zum Staunen bringen. Von Erinnerungen, die angespült werden. Von Musenküssen selbstverständlich.

5. Gibt es Themen, über die du lieber schreibst als über andere?

Ich lasse mich von den Themen eher anfliegen und im Bodenlosz-Archiv ist das ausdrücklich erlaubt. Ich suche nicht bewusst aus, worüber ich schreibe. Bestimmte Motive und Themen drängeln sich aber immer wieder in die Texte hinein. Das nehme ich interessiert zur Kenntnis.

6. Wirbst du in irgendeiner Form für dein Blog?

Zu wenig. Ich kündige neue Beiträge auf Facebook an und habe die Adresse unter meinen Mails angegeben. Sehr viel mehr tue ich zurzeit nicht. Das möchte ich ändern – behutsam, damit das Bodenlosz-Archiv die Spielwiese bleibt, die sie ist.

7. Was ist dein Blog für dich? Eine Spielwiese, eine Möglichkeit, deine Gedanken aufzuschreiben oder was ganz anderes?

Wie ich gerade sagte: eine Spielwiese. In dem Sinne, dass das Bodenlosz-Archiv ein Ort ist, an dem meine Texte so sein dürfen, wie sie sind. Ich will mich hier nicht an vermeintliche Ansprüche von anderer Seite anpassen – hier schreibe und zeichne ich so, wie es sich ergibt und wie es mir gefällt. Das ist ein Geschenk an mich selbst als Autorin: ein Raum, an dem ich alle Facetten von mir zeigen darf, die ich zeigen will. Ich bin nur mir selbst verantwortlich.

8.  Kannst du dir ein Leben ohne Schreiben vorstellen?

Vorstellen natürlich. Aber es wäre nicht vollständig, dieses Leben. Manchmal lebe ich eine Weile, ohne zu schreiben: aus Zeitnot, Erschöpfung oder Angst vor dem Weiterschreiben. Das ist kein guter Zustand. Er laugt mich aus, macht mich mürbe. Das Leben scheint mir eindimensional. Ich weiß nicht mehr, was wichtig ist und was mich ausmacht. Aus dieser Krise kann ich mich eigentlich nur durch Schreiben wieder hochrappeln, also quasi am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen, was bisweilen eine langwierige und mühsame Aufgabe ist.

9. Welches Buch liest du im Moment?

Im Moment lese ich A Game of Thrones. Eine gute Idee, damit anzufangen, weil ich beruflich sehr unter Druck stand und in eine andere Welt eintauchen wollte. Eine ganz schlechte Idee, damit anzufangen, weil der Tag nur 24 Stunden hat, die Bücher dagegen viele tausend Seiten und Suchtpotenzial. Ich ringe um Disziplin.

10. Woran schreibst du im Moment?

Wenn ich nicht GoT lese, dann überarbeite ich zwei Romanmanuskripte, die kurz vor der Fertigstellung sind. Eins ist keine Weihnachtsgeschichte, obwohl es an Weihnachten spielt; in dem anderen geht es drei Männer und eine alte Frau in einem Dorf am Ende der Welt, also mitten in Brandenburg. Und im November nehme ich wieder am NaNoWriMo teil, dem National Novel Writing Month – das heißt, ich schreibe endlich wieder einen neuen Roman: mindestens 50000 Wörter in 30 Tagen, dann wird der erste Entwurf abgeschlossen sein. Auf diese intensive Erfahrung freue ich mich schon. Nur mit Game of Thrones muss ich vorher irgendwie fertig werden …

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