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blattkleinIch habe es geschafft. Ich habe nicht nur 50.000 Wörter geschrieben, sondern mit 55.823 meine Geschichte zu Ende gebracht.

Ich bin erschöpft, als hätte ich all das, was meine Protagonistin in den letzten dreißig Tagen erlebt hat, selbst erfahren. Auf eine Weise stimmt das ja. Am Ende sind wir uns doch nahe gekommen, auch wenn ich einige Eigenheiten von ihr bis zuletzt nicht wirklich angenehm fand. Vor allem als Autorin, die diese sperrige Figur durch eine Handlung führen wollte. Doch sie ist tapfer durchgestolpert bis zum Schluss, der wieder etwas anders ausgefallen ist als geplant. Ich habe sie angefeuert und auch mich selbst immer wieder weitergezwungen. Und beide waren wir beim letzten Wort nicht mehr dieselben wie beim ersten.

Am schlimmsten war die zweite Woche oder war es doch die dritte? Wie jedes Jahr kam ich erst kurz vor Schluss richtig in Schwung. Jetzt frage ich mich, wie denn das Leben ohne NaNoWriMo funktionieren soll im Dezember.

Wenn das Schreiben hart war und ich mich in Hunderterschritten vorankämpfte, habe ich mir gewünscht, es wäre Tag 30 und ich hätte das letzte Wort geschrieben. Kaum steht es da, schaue ich wehmütig zurück wie am Ende einer Reise, wenn Sandflöhe, Blasen am Fuß, verpasste Züge und erbitterte Streits in der Erinnerung verblassen oder zu Abenteuern werden.

Ich nehme Abschied von meinen Figuren. Ich werde ihnen wieder begegnen, wenn ich den Text überarbeite. Aber das wird nicht dasselbe sein. Ich verspreche euch, dass eure Geschichte gelesen werden wird. Ich lasse euch nicht als einen Haufen Bytes auf einer Festplatte zurück.

Auf Wiedersehen, NaNoWriMo 2012!

Ich freue mich schon auf den nächsten November.

Jetzt muss ich dringend schlafen.

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