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Eisenbahnbrücke bei WittenbergeAm Samstag war ich zum ersten Mal wieder auf Radtour, nachdem ein hirnverbr gedankenloser Vollpfosten Mitbürger eine Plastikfolie auf den Radweg hatte fallen lassen, just an der Stelle, an der ich vor der roten Ampel bremste. Nach drei Wochen Humpeln und nachdem der Welt größtes Hämatom an meinem Schienbein abgeheilt ist, durfte ich jetzt wieder raus aus der Stadt.

Es ging an die Elbe, linkselbisch von Wittenberge nach Havelberg. Auf dieser Seite ist der Elbradweg nicht so perfekt ausgebaut, dafür sind weniger Touristen unterwegs.

Allerdings steht am Beginn der Tour eine Mutprobe: die Fahrt über die Eisenbahnbrücke. Endlos lange liegt die Brücke über der Landschaft. Das Fahrrad holpert über knackende Bohlen, manche wurden schon ersetzt. Ich hoffe, bevor jemand stürzte und links über die niedrige Reling ging. Unter der Brücke ist viel Raum und dann warten in der Tiefe Elbwasser, Auen und Kühe. Oben drohen schwere Gewitterwolken. Ich hefte den Blick starr geradeaus auf die Holzbohlen, damit ich nicht ins Trudeln gerate. Und immer die Angst, dass ein Güterzug neben mir über die Brücke donnert.

Doch lohnt es sich, die Brücke zu überqueren. Auf der anderen Seite der Elbe empfängt uns eine wunderschöne, einsame Landschaft. Der Angstschweiß trocknet und mein Atem beruhigt sich. Es duftet nach Herbst. Wenn auf den Herbst nicht der Winter folgen würde, wäre er meine liebste Jahreszeit.

Am Ende des Tages erscheint mir die Fahrt über die Brücke nur noch als kleines Abenteuer. Habe ich davor jemals zurückgescheut? Nicht, dass ich mich erinnern könnte.

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